05.10.2026

Arbeitsmarktkonferenz Ruhrgebiet: Unternehmen geben wichtige Impulse für die Fachkräfte von morgen

Wie gelingt es, mehr junge Menschen für eine Ausbildung zu gewinnen und Unternehmen bei der Fachkräftesicherung zu unterstützen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Arbeitsmarktkonferenz Ruhrgebiet, zu der Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, gemeinsam mit Dirk Strangfeld, Geschäftsführer Arbeitsmarktmanagement der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit nach Gelsenkirchen eingeladen hatte. Die Veranstaltung wurde von der Regionalagentur Emscher-Lippe organisiert und brachte Unternehmen, Kammern, Sozialpartner, Kommune und Arbeitsagenturen aus Bottrop, Essen, Gelsenkirchen und dem Kreis Recklinghausen zusammen.

Fotos: WIN Emscher-Lippe

Zum Auftakt begrüßte Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Andrea Henze die Teilnehmenden im Industrie-Club Friedrich Grillo. In ihrem Grußwort betonte sie Verantwortung, Chancen und Zuversicht als zentrale Voraussetzungen für einen erfolgreichen Ausbildungsmarkt in Gelsenkirchen und im Ruhrgebiet. Sie unterstrich die gemeinsame Aufgabe aller Beteiligten, jungen Menschen Perspektiven zu eröffnen und Unternehmen bei der Gewinnung ihrer Fachkräfte von morgen zu unterstützen.

Unternehmen im Mittelpunkt der Konferenz

Im Mittelpunkt der Konferenz standen die Erfahrungen und Perspektiven der Unternehmen. Vertreterinnen und Vertreter von 14 Betrieben aus dem Ruhrgebiet berichteten aus ihrer Ausbildungspraxis. Dabei kamen Unternehmen aus Industrie, Handwerk, Handel, Gesundheitswirtschaft, Infrastruktur und Dienstleistungssektor zu Wort. Ziel war es, möglichst viele unterschiedliche Erfahrungen sichtbar zu machen und voneinander zu lernen.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Unternehmensdialog

Alle 14 Unternehmen, unabhängig von Branche oder Betriebsgröße, formulierten drei zentrale Botschaften:

  • Berufsorientierung früher starten: Bereits in den unteren Klassen müssen Schülerinnen und Schüler stärker und praxisnäher an die Berufswelt herangeführt werden.
  • Mehr direkte Kontakte zwischen Jugendlichen und Betrieben schaffen: Praktika, Betriebsbesuche, Ausbildungscamps, Bewerbertage und Einstiegsqualifizierungen sind entscheidende Brücken in Ausbildung.
  • Unternehmen müssen heute mehr begleiten und individuell fördern: Viele junge Menschen benötigen eine engere Orientierung und persönliche Ansprache. Betriebe, die Zeit und Engagement investieren, gewinnen die Fachkräfte von morgen.

Konkrete Verabredungen für die Fachkräftesicherung

Die Konferenz blieb dabei nicht bei einer Bestandsaufnahme stehen. Im weiteren Verlauf wurden konkrete Verabredungen getroffen. Die Arbeitgeberverbände Emscher-Lippe sagten ihre Unterstützung für eine gemeinsame Offensive zur Stärkung von Praktika, Einstiegsqualifizierungen (EQ) und Ausbildungsplätzen zu. Dieses Angebot wurde von den anwesenden Partnern ausdrücklich aufgegriffen. Der DGB Emscher-Lippe warb für die frühe Unterstützung und Begleitung von Kindern, Jugendlichen und jungen Menschen.

Auch die Handwerkskammer Münster sowie die IHK Nord-Westfalen beteiligten sich aktiv mit ihren Angeboten und Programmen an den vereinbarten Folgeschritten. Es gehe dabei primär um den Einstieg in Ausbildung. Die seit Jahren steigende Zahl der Ausbildungsabbrüche dürfe man dabei jedoch nicht außer Acht lassen. Die Stadt Gelsenkirchen als einer der größten Arbeitgeber der Stadt schloss sich ebenfalls ausdrücklich der Initiativen an. Die WiN Emscher-Lippe GmbH brachte abschließend das Thema Wohnraum für Auszubildende bis hin zu einem „Azubi-Campus“ in die Runde ein.

Die Agenturen für Arbeit der Region kündigten an, die Anregungen aus dem Unternehmensdialog unmittelbar aufzugreifen. Künftig sollen Betriebe noch gezielter auf Praktikums-, Einstiegsqualifizierungs- und Ausbildungsmöglichkeiten angesprochen sowie bei deren Organisation unterstützt werden. Ziel ist es, mehr junge Menschen frühzeitig und individueller mit Unternehmen zusammenzubringen und Übergänge in Ausbildung erfolgreicher zu gestalten.

Aus Worten werden Taten

Die Arbeitsmarktkonferenz hat gezeigt: Die Herausforderungen sind bekannt, die Bereitschaft zum Handeln ist groß. Unternehmen, Kammern, Arbeitsagenturen, Kommunen und weitere Partner haben konkrete Verabredungen getroffen, um den Zugang junger Menschen zu Ausbildung weiter zu verbessern.

Gemeinsames Ziel ist es, allen Jugendlichen, die bis jetzt noch keine Ausbildungsstelle erhalten haben, bis Jahresende ein Angebot unterbreiten zu können.

Der offene Austausch und die vereinbarten Maßnahmen zeigen, dass die Region gemeinsam an Lösungen arbeitet und die Fachkräftesicherung aktiv gestaltet. Die Regionalagentur Emscher-Lippe zieht daher ein positives Fazit und wird die nachfolgenden Austausche und Aktivitäten organisieren und koordinieren.

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